Eine Lange Woche

Das Fußballtraining gestaltete sich kein bisschen besser. Ich habe genaue Trainingspläne erstellt und sogar Taktik-Stunden eingeführt, aber das Interesse war sehr gering. Hier geht es nicht wirklich darum, Fußball zu spielen. Das einzige was zählt ist ein paar Tricks zu können und möglichst viele Tore zu machen. Wenn man dann am Ende aber verliert, ist man total enttäuscht und überrascht, dass man verloren hat. Hatte der Deutsche etwa doch Recht?!!?

Gestern war auch das Fußballturnier (Wäre eigentlich einen eigenen Blogeintrag wert), für das ich schon das Schlimmste befürchtet hatte. Verlief typisch sambisch…. Ich war um acht Uhr morgens schon an der Schule, um sieben!!! sollte sich die Mannschaft dort treffen. Als um neun Uhr alle eingedrudelt waren und ich eigentlich schon die halbe Mannschaft heimschicken wollte, gingen wir doch noch zum Bolzplatz im Compound. Wer auch immer auf die Idee gekommen ist an diesem Ort einen Bolzplatz zu errichten und manon baptiste Blazer zu suchen, sollte entweder deutlich mehr, oder deutlich weniger trinken. Bin mir aber nicht sicher, was von beidem. Das Dinge war quadratisch und ich bin mir sicher das ein durchschnittlicher deutscher Kartoffelacker um Welten ebener ist als diese Mondlandschaft.

Nicht nur die Form, sondern auch die Tatsache, dass sich über dem Acker mehrere Trampelpfade, wie ein Spinnennetz erstrecken, macht das ganze eigentlich völlig unbespielbar. Von den ganzen alten Frauen die sich während der Spiele ihren Weg über das Spielfeld bahnten und dabei nicht selten “abgeknallt” wurden will ich gar net anfangen. Auch das mitten im Spiel mal kleine Kinderherde über das Spielfeld herfallen und dem Ball hinterherjagen, hat dem Turnier keinen Abbruch getan. War auch gar nicht nötig…

Nachdem das Turnier um elf Uhr, gute zwei Stunden nach geplantem Beginn, begann und man immernoch keine Lösung gefunden hatte, wie man einen Sieger aus sieben Teams (statt der geplanten acht) ausspielen konnte, hatten wir um ein Uhr auch schon unser erstes Spiel. Natürlich gegen eine völlig andere Mannschaft, als man mir vorher mitgeteilt hatte. Selbstredend ging das Spiel mit nur 2:0 verloren. Pllötzlich bestand meine Mannschaft größtenteils aus irgendwelchen zugelaufenen “Superstars” und ich kannte kaum einen beim Namen. Zum zweiten Spiel kam es zum Glück nicht mehr, denn trotz angeblicher Trockenzeit (und es hat seid gut sechs Wochen nicht geregnet!) platzte urplötzlich ein gigantischer Regenschauer vom Himmel. Wenn ich Regiseur wäre und einen Film über Chaos drehen müsste, ich würde es genau so machen, wie in den folgenden Zeilen beschrieben:

Die jeweils halbe Mannschaft spielte noch, die andere Hälfte lief einfach weg. Der Schiedsrichter lief mim Regenschirm rum und unter dem Bäumen entstand die große Rangelei. Hunderte Menschen liefen wie kopflose Hühner durch die Gegend und keiner kam überhaupt erst auf die Idee einfach bei einem der angrenzenden Pubs Unterschlupf zu finden. Ich war zum Glück so schlau mit meinen Kollegen in einen dieser typisch sambischen Pubs zu gehen.

Ein Raum, kaum größer als ein Fußballtor, voll mit besoffenen Sambis, die sich alle, zu einer Uhrzeit, die noch vor Beginn des Formel 1 Qualifyings liegt, mit diesem scheußlichen Maisbier abgefüllt hatte. Zudem schreckliche ohrenbeteubende Musik aus riesigenn Boxen, wie man sie sonst wohl nur bei Konzerten ab 10 000 Besuchern findet.