Beim nächsten Mal wird alles anders

Und wenn man sagt, die Fahrt in einem russischen Nachtzug sei ein Erlebnis der besonderen Art, so können wir das uneingeschränkt unterschreiben. In erster Linie ist es aber ein Geruchserlebnis: 48 Menschen eingepfercht in einem Waggon, der Geruch von Schweiß, Fuß, Bier und allerlei Essen, versehen mit einer Note kalten Rauches ist schon eine (Grenz-)Erfahrung. Ja, Sie lesen richtig: kalter Rauch. In russischen Zügen werden Raucher längst sich so diskriminiert wie bei der Deutschen Bahn. In den Durchgängen zwischen den Waggons ist das Rauchen erlaubt. Und es sind nicht wenige, die diese Freiheit nutzen.

Wie gesagt, die Fahrt in einem russischen Nachtzug ist definitiv ein Erlebnis. Und wir sind grimmig entschlossen, beim nächsten Mal zwar wieder in der Holzklasse zu reisen, dann aber doch lieber mehr in der Mitte und quer zum Gang zu liegen. Man lernt ja dazu. Und was uns an Geruchserlebnissen auf dieser Fahrt geboten wurde, ist wohl nichts im Vergleich zu dem, was uns auf einer mehrtägigen Zugfahrt erwartet. Ohne die Möglichkeit sich zu Duschen oder einmal die hornhautbewehrten Füße zu waschen (was viele unserer Mitreisenden auch vor diesem Trip nicht für nötig hielten). Wir freuen uns schon drauf!

Als wir um fünf Uhr morgens schließlich in Moskau ankamen, hatten wir mit unserer campomaggi tasche sale kaum geschlafen und fühlten uns wie gerädert. Nun galt es lediglich noch eine halbe Stunde in Regen und Kälte auszuharren, bis die Metro öffnete, die uns zu unserem Hostel brachte. Unglückicherweise konnten wir hier erst um 14 Uhr einchecken. Man ließ uns allerdings nur fünf Stunden auf den harten Holzstühlen des Speisesaals warten und erlaubte uns, das Zimmer bereits etwas früher zu beziehen. Wir scheinen äußerst mitleiderregend ausgesehen zu haben, wie wir dort auf unseren Schemeln schliefen…

Das ist doch genau das, was ihr wolltet!! In erlebnisreichen und landestypischen Zugfahrten mit Einheimischen auf Tuchfühlung gehen. Hach! Wie romantisch! Ruft euch das immer schön ins Gedächtnis… Dann verwandelt sich der Mief sicher sogleich in Veilchen-Duft… oder so ;o)

Zugfahren in Russland habe eine lange Tradition. Zugfahren in Russland sei ein einmaliges Erlebnis. So sagt man. Die lange Tradition mag wohl in den unvorstellbaren Distanzen begründet liegen.

Das macht man nicht mal eben mit dem Pony. Sofern man kein Mongole ist. Den Erlebnischarakter einer Zugfahrt in Russland wollten wir selbst einmal auf die Probe stellen. Zumindest einem ersten seriösen Test unterwerfen, um in etwa einschätzen zu können, was uns auf der transsibirischen Route bis in die Mongolei und dann nach China so alles erwartet. Allerdings fingen wir klein an. Mit einer ersten Trockenübung sozusagen.

Zugfahren in Russland – Ein erster Versuch

Man sollte nicht gleich in die Vollen gehen, es nicht gleich übertreiben. Daher entschieden wir uns bei unserer ersten Zugfahrt in Russland für eine überschaubare Strecke. Mit dem Nahverkehrszug wollten wir von St. Petersburg nach Tsarskoe Selo (Pushkin) fahren, um dort im Glanze des Katharinenpalastes mitsamt Bernsteinzimmer und Pipapo vor Ehrfurcht zu erstarren.

So der Plan. Ein interessanter, wenn auch nicht ausschlaggebender Nebeneffekt war, dass wir damit die älteste russische Bahnstrecke befuhren. Gebaut und 1837 eröffnet, um die Zarenfamilie zwischen St. Petersburg und den Lustschlösschen mit ihren opulenten Parkanlagen in Pushkin und Pavlovsk hin- und herzufahren.

Großer Bahnhof. Ausgangspunkt unseres ersten Bahnexperiments war der Witebsker Bahnhof in St. Petersburg, der älteste Bahnhof Russlands. Wir betraten das Gebäude und uns umwehte ein strenger Geruch: Kohle. Ob sie hier noch mit Kohlebecken heizen? Schön warm war es jedenfalls.

Als wir die (erste) Schalterhalle mit dem Jagdbekleidung münchen Shop betraten, wurde der Geruch penetranter und es begann allmählich im Hals zu kratzen, in der zweiten Schalterhalle tränten uns bereits die Augen und in der großen Bahnhofshalle selbst, blieb uns die Luft gänzlich weg. Dort fanden wir aber im Kohlenebel den Ursprung des selbigen: Alle Loks die im Bahnhof standen dampften gemächlich vor sich hin. Nein, es waren keine Dampfloks, dennoch wurde in ihrem Inneren definitiv irgendetwas mit Kohle betrieben.

Vielleicht die Heizung, wer weiß? Und während wir in diesem Nebel nach Luft rangen, nahm der Russe die Widrigkeiten mit Selbstverständnis und Routine und tat das einzig Logische: er rauchte. Na klar, besser den Smog mit etwas Teer und Nikotin zu versetzen und durch einen Filter zu inhalieren, als sich den Dunst gänzlich ungefiltert in die Lugen zu ziehen. Die Frage nach rauchfreien Bahnhöfen in Russland dürfte damit wohl auch beantwortet sein.

Doch bevor wir überhaupt in die dunstschwangere Bahnhofshalle kamen, galt es einige Hürden zu überwinden. Dem gemeinen Touristen wird das Zugfahren hier nicht gerade leicht gemacht. Wir steuerten also in der ersten Schalterhalle zielsicher eines der Kassenfenster an, reihten uns in die davor befindliche Schlange ein und warteten geduldig. Endlich an der Reihe, legten wir unser Anliegen dar:

„Dva bilyethi da Tsarskoe Selo / Pushkin, pazhalsta.” Sicherlich nicht mit der richtigen Aussprache und wahrscheinlich auch nicht den Regeln der Grammatik folgend, wurden wir dennoch verstanden. Die Antwort verstanden wir wiederrum nicht im Ansatz. Sicher war nur, dass es nicht die erwartete war, denn das kommentarlose Rüberschieben zweier Tickets blieb aus. Stattdessen brach ein russischer Redeschwall über uns herein, den wir staunend über uns ergehen ließen. Immer wieder jedoch deutete die Kassiererin zur Decke.

Witebsker Bahnhof Der älteste Bahnhof Russlands

Oder zum Himmel? Beistand von oben konnten wir jetzt tatsächlich gebrauchen. Doch besannen wir uns vom Spirituellen schnell wieder auf das Pragmatische. Wir bedankten uns für nichts und folgten einfach mal dem Fingerzeig der guten Frau. Nach oben. Und tatsächlich: eine Etage höher fanden wir die nächste Schalterhalle, suchten uns ein Fenster und stellten uns erneut an. Endlich an der Reihe, sagten wir brav unser Sprüchlein auf und erhielten – exakt die gleiche unbefriedigende Reaktion wie ein Stockwerk tiefer. Mit einem Unterschied:

Diesmal deutete die Frau nicht mehr nach oben, sondern unbestimmt in eine Richtung hinter ihr. Und aus dem Redeschwall filterten wir ein Wort heraus, das im Entferntesten nach „Plattform” klang. Könnte sie uns zum Bahnsteig schicken wollen? Nun, ein Ticket bekamen wir hier jedenfalls auch nicht. Also machten wir uns auf und suchten die Bahnsteige, die wir schließlich auch (irgendwo hinter der Bediensteten am Schalter) fanden. Im beschriebenen Kohledunst war jedoch weit und breit kein Fahrkartenschalter auszumachen.

Wir stocherten im wahrsten Sinne des Wortes neben schärfen Jagdmesser Kaufen im Nebel und hangelten uns von Büdchen zu Büdchen, wovon es hier einige gab. Kaufen konnte man hier vieles, nur kein Ticket nach Pushkin. Verdammt. Kurz davor aufzugeben und das Bahnexperiment zu vertagen, stießen wir dann doch auf ein Kassenhäuschen. Kleiner als jeder Kiosk versteckte sich der winzige graue Container hinter eben diesen im allerletzten Winkel des Bahnhofs. Hier jedenfalls sollte unser inzwischen ziemlich routiniert aufgesagter Standardsatz die gewünschte Wirkung erzielen. Wir erhielten tatsächlich zwei Fahrscheine zu unserem Bestimmungsort. Endlich.

Wartesaal und Ticketschalter. Erster vergeblicher Versuch des Fahrscheinkaufs. Doch die nächste Schwierigkeit sollte auf den Fuß folgen: Auf die Frage nach dem richtigen Bahnsteig erhielten wir ein unwirsches Winken in Richtung des Ausgangs. Häh? Von dem russischen Gemurmel verstanden wir wieder einmal nichts und deuteten die Geste als ein „verschwindet endlich von meinem Fenster”. Nett. So kamen wir nicht weiter. Also taten wir, wie uns geheißen und verließen die Bahnhofshalle. Draußen entdeckten wir, dass es dort noch weitere Bahnsteige gab.

Aha! Nur welcher war der unsrige? Anzeigetafeln? Fehlanzeige. Mit den Tickets in der Hand fragten wir einen herumstehenden Polizisten. Wir erhielten das gleiche unbestimmte Winken in eine Richtung zur Antwort. Na gut, dann steigen wir halt einfach mal ein. In irgendeinen Zug. Wir trösteten uns mit dem Gedanken, dass wohl alle Züge nach Pushkin fahren. Hoffentlich.

Misstrauen scheint eine russische Eigenart zu sein. Daher neigt man hierzulande zu verschärften Kontrollen. Die erste passierten wir, als wir aus dem Bahnhofsgebäude zu den außen liegenden Gleisen gingen.

Zugfahren in Russland – Diesmal aber richtig

Nachdem wir mit einer Aufwärmübung in überschaubarem Rahmen – und am Ergebnis gemessen doch halbwegs erfolgreich – unser Zugexperiment in Russland starteten, wollten wir es diesmal eine Nummer größer versuchen. Mit dem Nachtzug von St. Petersburg nach Moskau lautete die nächste Herausforderung, der wir uns stellen wollten.

Oder mussten. Nach den ersten Erfahrungen fühlten wir uns doch auf die wesentlichsten Schwierigkeiten vorbereitet. Was kann da jetzt noch groß passieren? Mit der entsprechenden Zuversicht gingen wir die Sache an. Doch sollte sich unsere Zuversicht als naive Träumerei herausstellen, denn mit dem Nahverkehrszug die Vororte abzuklappern ist eine Sache, überhaupt in einen Fernzug zu kommen eine ganz andere.

Fahrscheinkauf für Fortgeschrittene. Diesmal wollten wir es besser machen. Diesmal sollte alles klappen. Schließlich waren wir der Ansicht, aus unserem ersten Experiment die richtigen Lehren gezogen zu haben. Doch weitere sollten folgen… Lehre Nummer eins: Lasse Dich nicht von Schalterdamen beim Ticketkauf am Bahnhof verkaspern!

Also folgten wir den Gepflogenheiten des modernen Menschen und machten uns auf die Suche nach Fahrscheinen im Internet. E-Booking nennt man das wohl. Doch was sich nach zwei, drei Klicks anhört, sollte unser Nervenkostüm einer ersten Bewährungsprobe unterziehen. Wer heute etwas wie brigitte von schönfels stiefel im Internet sucht, nutzt zumeist das allwissende Google. Doch, so mussten wir nun herausfinden, Google ist bei Leibe nicht allwissend. Selbst diese Suchmaschine stößt beim Kyrillischen an ihre Grenzen.

Zumindest dann, wenn man der Sprache respektive Schrift selbst nicht mächtig ist. Wie soll man die Seite der russischen Bahngesellschaft finden, wenn man deren Namen nicht kennt? Wie soll man den Namen finden, wenn man die Google-Treffer nicht mal lesen kann? Ok, ich nehme alles zurück, entschuldige mich in aller Form bei Google und sehe den Fehler dann doch eher bei uns.

Nun gut, was enervierend klingt, war es auch. Aber es waren sicherlich keine unüberwindlichen Hürden. Allerdings zog jedes gelöste Problem zwei oder drei weitere nach sich. Schlussendlich fanden wir eine englischsprachige Seite, die im Vergleich zu vielen anderen wenigstens halbwegs seriös klang. Sie ermöglichte uns, die Auswahl des Zuges zu treffen und ein e-Ticket zu buchen. Der erste Schritt war damit gemeistert und zufrieden klopften wir uns gegenseitig auf die Schultern. Doch wollte das Ticket unserer Wahl natürlich auch noch bezahlt werden.

Eine Lange Woche

Das Fußballtraining gestaltete sich kein bisschen besser. Ich habe genaue Trainingspläne erstellt und sogar Taktik-Stunden eingeführt, aber das Interesse war sehr gering. Hier geht es nicht wirklich darum, Fußball zu spielen. Das einzige was zählt ist ein paar Tricks zu können und möglichst viele Tore zu machen. Wenn man dann am Ende aber verliert, ist man total enttäuscht und überrascht, dass man verloren hat. Hatte der Deutsche etwa doch Recht?!!?

Gestern war auch das Fußballturnier (Wäre eigentlich einen eigenen Blogeintrag wert), für das ich schon das Schlimmste befürchtet hatte. Verlief typisch sambisch…. Ich war um acht Uhr morgens schon an der Schule, um sieben!!! sollte sich die Mannschaft dort treffen. Als um neun Uhr alle eingedrudelt waren und ich eigentlich schon die halbe Mannschaft heimschicken wollte, gingen wir doch noch zum Bolzplatz im Compound. Wer auch immer auf die Idee gekommen ist an diesem Ort einen Bolzplatz zu errichten und manon baptiste Blazer zu suchen, sollte entweder deutlich mehr, oder deutlich weniger trinken. Bin mir aber nicht sicher, was von beidem. Das Dinge war quadratisch und ich bin mir sicher das ein durchschnittlicher deutscher Kartoffelacker um Welten ebener ist als diese Mondlandschaft.

Nicht nur die Form, sondern auch die Tatsache, dass sich über dem Acker mehrere Trampelpfade, wie ein Spinnennetz erstrecken, macht das ganze eigentlich völlig unbespielbar. Von den ganzen alten Frauen die sich während der Spiele ihren Weg über das Spielfeld bahnten und dabei nicht selten “abgeknallt” wurden will ich gar net anfangen. Auch das mitten im Spiel mal kleine Kinderherde über das Spielfeld herfallen und dem Ball hinterherjagen, hat dem Turnier keinen Abbruch getan. War auch gar nicht nötig…

Nachdem das Turnier um elf Uhr, gute zwei Stunden nach geplantem Beginn, begann und man immernoch keine Lösung gefunden hatte, wie man einen Sieger aus sieben Teams (statt der geplanten acht) ausspielen konnte, hatten wir um ein Uhr auch schon unser erstes Spiel. Natürlich gegen eine völlig andere Mannschaft, als man mir vorher mitgeteilt hatte. Selbstredend ging das Spiel mit nur 2:0 verloren. Pllötzlich bestand meine Mannschaft größtenteils aus irgendwelchen zugelaufenen “Superstars” und ich kannte kaum einen beim Namen. Zum zweiten Spiel kam es zum Glück nicht mehr, denn trotz angeblicher Trockenzeit (und es hat seid gut sechs Wochen nicht geregnet!) platzte urplötzlich ein gigantischer Regenschauer vom Himmel. Wenn ich Regiseur wäre und einen Film über Chaos drehen müsste, ich würde es genau so machen, wie in den folgenden Zeilen beschrieben:

Die jeweils halbe Mannschaft spielte noch, die andere Hälfte lief einfach weg. Der Schiedsrichter lief mim Regenschirm rum und unter dem Bäumen entstand die große Rangelei. Hunderte Menschen liefen wie kopflose Hühner durch die Gegend und keiner kam überhaupt erst auf die Idee einfach bei einem der angrenzenden Pubs Unterschlupf zu finden. Ich war zum Glück so schlau mit meinen Kollegen in einen dieser typisch sambischen Pubs zu gehen.

Ein Raum, kaum größer als ein Fußballtor, voll mit besoffenen Sambis, die sich alle, zu einer Uhrzeit, die noch vor Beginn des Formel 1 Qualifyings liegt, mit diesem scheußlichen Maisbier abgefüllt hatte. Zudem schreckliche ohrenbeteubende Musik aus riesigenn Boxen, wie man sie sonst wohl nur bei Konzerten ab 10 000 Besuchern findet.

Fahrscheine Kaufen in Moskau

Und sobald es ans Eingemachte – sprich ans Geld – ging, lachte uns auf dem Bildschirm wieder die hässliche Fratze eines elektronischen, russischen Formulars an. Na spitze. Doch bei genauerem Hinsehen stellte sich auch dieses Problem als lösbar heraus. Es war bereits alles eingetragen und man musste seine Order nur noch bestätigen. So deuteten wir es zumindest. Was wir da alles mit einem Mausklick bestätigten, wissen wir aber bis heute nicht genau…

Ob den Verzicht auf unsere Bürgerrechte, die freiwillige Meldung zur Sklavenarbeit an einem ehrgeizigen Bahnprojekt im hintersten Sibirien oder eine zehnjährige Dienstzeit in der russischen Armee – wir werden es zu gegebener Zeit herausfinden. In jedem Fall war aber auch unser Zugticket dabei, wie uns eine Bestätigungsmail inklusive e-Ticket versicherte. Oder etwa nicht?

Gleich darauf informierte uns ein weiteres elektronisches Anschreiben über den Umstand, dass wir am jeweils gegenüber liegenden Ende des Großraum-Schlafwagens gebettet sein würden. Diese Tatsache erforderte eine weitere Bestätigung, man bot mit reitmayer janker damen uns aber zugleich die Alternative eines späteren Zuges mit benachbarten Betten an. Nein danke, antworteten wir, wir bleiben bei unserem Zug. Sich überhaupt auf diesen Schriftwechsel einzulassen, stellte sich als Fehler heraus: Postwendend erhielten wir eine Mail mit der höflichen Aufforderung, doch bitte den Differenzbetrag von 20 Euro für das neue Ticket zu überweisen. Aha, verstehe.

Da das alles kaum 24 Stunden vor der geplanten Abfahrt geschah, unser Hostel in St. Petersburg ausgebucht war und wir keine Lust auf eine Nacht auf dem Bahnsteig verspürten, genossen wir die gut acht Stunden Wartezeit bis zur nächsten Antwortmail nicht wirklich.

Doch das Warten lohnte sich, denn die Mail beinhaltete eine Entschuldigung für die Verwirrung und die Bestätigung, dass nun alles in Ordnung sei. Unser elektronisches Ticket sollte uns also ohne weitere Schwierigkeiten nach Moskau bringen. So kennen wir das von der Deutschen Bahn: Fahrschein ausdrucken, Schaffner stempeln lassen – das war’s.

Lehre Nummer zwei: Kontrolle ist gut, mehr Kontrollen sind besser! Lediglich unseren grundskeptischen Charakteren und den bisherigen Erfahrungen ist es zu verdanken, dass wir dem Versprechen von Unkompliziertheit eines russischen e-Tickets nicht recht glauben konnten und an der Rezeption unseres Hostels sicherheitshalber noch einmal nachfragten.

Schlafwagen hat nichts mit Schlaf zu tun

Die Antwort der Rezeptionistin bestand in einem Stirnrunzeln. „Ich kann zwar russisch lesen, aber das heißt nicht, dass ich DAS hier verstehe”, sagte die junge Dame – wohlgemerkt eine Russin! Oben, übersetzte sie uns, stehe, dass es möglich wäre, allein mit diesem e-Ticket in den Zug zu steigen, direkt darunter, dass man sich doch bitte vorher am Schalter sein Ticket abholen solle. Soviel dazu. Wenigstens waren wir nicht die einzigen, die das nicht recht verstehen konnten. Also kein Grund, den Glauben zu verlieren.

Lehre Nummer drei: Hilft Dir keiner, hilf Dir selbst! Wir gingen auf Nummer sicher, fragten an allen auffindbaren Schaltern am Moskauer Bahnhof in St. Petersburg nach, wedelten mit unserem Ausdruck und bekamen immer dieselbe Antwort: Keine. Egal an welchem Schalter man fragte, die Damen winkten ab. Oder wiesen sie uns vielleicht eine Richtung? Wir beschlossen, dem auf den Grund zu gehen und folgten den ausladenden Armbewegungen.

Und siehe da: An einem Schalter in der gewiesenen Richtung wurde unser Flehen erhört. Hier waren wir richtig. Hätte sich der richtige Schalter auch nur in Nuancen (etwa einem bunten Aufkleber, einem Fähnchen oder was auch immer) von den anderen unterschieden, wären wir mit unserer Life brics kosmetiktasche vielleicht auch von selbst drauf gekommen.

Es wird gemütlich. Sei’s drum. Wir bekamen unser Ticket, fanden bereits im zweiten Anlauf unseren Zug (denn hier fährt jeder Zug nach Moskau, so dass man lediglich die Zeit oder die Zugnummer im Blick haben muss) und wenig später war es soweit: unsere erste Nacht in einem russischen Schlafwagen. Großraumabteil, Holzklasse. Ein Traum. Da wir uns für die billigsten Plätze entschieden haben, wies uns der Stewart (der hier jedem Wagen zugeteilt ist) unsere Betten direkt an der Tür zu, parallel zum Gang.

Ok, Betten ist wohl etwas euphemistisch, nennen wir es lieber Pritschen. Hier wird man von der Decke aus bestens beleuchtet, vom Gang aus angerempelt und kriegt alle paar Minuten die Tür zum Klo vor den Latz geknallt. All das wird untermalt vom überraschend wenig eintönigen Geratter sämtlicher Metallteile zwischen den beiden hier aufeinander treffenden Waggons und vom ebenso abwechslungsreichen Schnarchen der Menschen um einen herum.

An Schlaf war also trotz unseres Erschöpfungszustandes nicht zu denken. Fielen einem doch mal kurzzeitig die Augen zu, wurde man von genannten akustischen Störfeuern sofort wieder hochgejagt. Und riss man die Augen auf, erblickte man die unbesockten, gelben Füße seines Gegenübers in Nahdistanz vor seinem Gesicht. Schön.

Freunde machen in Russland

„Wenn Du telefonieren willst, geh raus. Hier pennen Leute. Du hast beim einschlafen gestört, Du hast beim durchschlafen gestört und jetzt störst Du das ausschlafen. Geh. Bitte. Raus!” Er schaute mich an, wie ein Pudel, dem man nicht böse sein kann. Ich hasse ihn. Dieser Rehblick, der irgendein tief verwurzeltes Reiz-Reaktions-Schema auslöst, als sei ich seine Mama. Aber ich wollte kein Mitleid und keine Zuneigung empfinden, ich war kurz davor Blut sehen zu wollen. Man kann mich ja gerne stören und nerven. Aber wehe dem, der mich aufweckt!

Dornröschen faselte etwas Entschuldigendes, legte auf, räumte noch ein paar Minuten rum und verschwand. Während ich durch Adrenalin effektiv am wieder einschlafen gehindert wurde. Die Nacht war rum. Ich duschte, zog mich an und ging in die Küche, um mir Tee zuzubereiten. Wen fand ich? Klar, oder? Dornröschen! Ich fragte ihn, ob er keinen Kopfschmerz habe. „Doch, doch”, sprach er und kicherte erfreut. „Headake!”, stolz wie Bolle, dass er das Wort kannte. „You know, I drank a little last night”. „Ach nee, sag an”. Ein kleines bisschen hat er getrunken, welch feiste Lüge. „Do you want a drink?” Ob ich WAS will?

Ich verstand erst nicht, er konnte mir doch nicht ernsthaft einen Drink anbieten. Dann sah ich auf den Tisch an dem er saß. Vor ihm ein Teller mit Pflaumen und eine Flasche Vodka. Nein! Ich war fassungslos. „Nein danke, auf keinen Fall” So was hab ich auch noch nicht erlebt. Diese Motivation, diese Hingabe beim Versuch sich zugrunde zu richten. Hut ab, Dornröschen, mach weiter so, das schaffst Du. Ich ließ ihn mit seinem Luis Steindl kurzmantel in der Küche sitzen und setzte mich in den Aufenthaltsraum.

Kurz später wurde er vom Personal gebeten, doch nicht um halb elf Uhr früh schon so viel zu trinken. Er gehorchte. Man kann ja sagen was man will, aber Dornröschen ist kein Hooligan. Als ich ihn zuletzt sah, lag er wieder angezogen und mit Schuhen in seinem Bett und schnarchte vor sich hin.

Aber Peer lässt sich nicht unterkriegen, er hält dagegen. Als einer der sechs Orchestermitglieder der Nacht hat er den Part der rachitischen Oboe übernommen, während Dornröschen zweistimmig den Dudelsack und die spasmische Rassel mit Inbrunst betreibt.
In der Ecke liegt Balu der Bär, eine Hand hinter dem Kopf, die andere im Schritt und stöhnt den Breakbeat.

… das erinnert mich doch an die Nacht im Hostel in New York als ein sturzbetrunkener Engländer vergessen hatte, in welcher Ecke das Klo war und auf die inbrünstig vorgetragene Frage “What the F.. are you doing!?!?” mit Seelenruhe antwortete “Hey I am just taking a Piss!!” Ich lag in den Doppelstockbetten zum Glück in der oberen Etage und Schnarcher waren auch dabei. Die Welt ist doch überall gleich.

Urlaub in Moskau

Es schien, als wären sie eher die Nacht lang im Aufenthaltsraum im Kreise gegangen, als Dornröschen mal anzusprechen. Hier möchte ich nicht besoffen im Straßengraben liegen. Oder in einer Hosteltoilette. Es könnte das Ende bedeuten, denn Hilfe scheine ich nicht erwarten zu können.

Die Zeit, bis wir zu Bett gingen, dehnten wir noch etwas aus, denn es war klar, dass die Nacht Unheil bringen würde. Erst lange nach Mitternacht gingen wir ins Bett. Es ist schwer in Worte zu fassen, was in dieser Nacht in unserem Schlafsaal geschah. Ein Konzert? Ein Wettstreit? Eher eine Art Orchester.

Ich lag in meinem Bett, zählte die Schnarchgeräusche, die ich voneinander unterscheiden konnte und kam leicht auf vier. Wenn ich mich konzentrierte, konnte ich sechs unterscheiden. Ich holte mein Diktiergerät und zeichnete das auf. Wofür auch immer. Damit man mir glaubt, damit ich es nicht vergesse, ich weiß es selber nicht. Meine Ohropax, bisher treue Freunde, versagten kläglich. Und dann wachte Dornröschen wieder auf.

Warum stoße ich mir des nächstens eigentlich die Zehen beim Versuch ohne Licht die Toilette zu finden, damit meine Mitbewohner nicht aufwachen? Aufstehen, Licht an, aufs Klo, fertig. Natürlich ohne das Licht im Schlafraum zu löschen, wenn man auf der Schüssel hockt. Bzw. davor mit Higmoor damenschuhe steht, dem Geräusch nach zu urteilen.

Ich ließ meine Höflichkeit hinter mir uns raunzte ihn an, dass er gefälligst das Licht ausmachen solle. Er grummelte irgend etwas vor sich hin, gehorchte aber brav. Dafür rempelte er alles auf dem Weg zurück in sein Bett an, welches am gegenüber liegenden Ende des Zimmers lag. Da das aber keinen zu stören schien, das Orchester ging auch mit einem Instrument weniger unvermittelt und harmonisch weiter, sollte es mir recht sein.

Irgendwann schlief ich. Es muss gegen fünf gewesen sein. Um acht Uhr früh klingelte ein Wecker. Lange. Lange und nervig, mit einer sehr einprägsamen Melodie. Ich zog mir die Decke über den Kopf und stieß leise Verwünschungen aus. Als um zehn Uhr früh derselbe Wecker wieder schellte, war für mich die Nacht um. Gar nicht mal so sehr wegen des elektronischen Lärms, sondern wegen des darauffolgenden Gesprächs in akustisch völlig befreitem Russisch.

Kein Hauch von Zurückhaltung oder gar Flüstern. Von wegen Wecker, erkannte ich, das war ein Handy! Zog die Decke weg, setzte mich auf und sah: Dornröschen saß in den selben Klamotten wie am Abend zuvor, die Hose züchtig mit Gürtel um die Hüfte gesichert, auf seinem Bett und telefonierte. Ich stieg aus dem Bett, stellte mich vor ihn hin und bekam meine Wut nur schwer unter Kontrolle. „Alter!”, läutete ich meine Argumentation ein.

Übernachten im Moskauer Hostel

Es begab sich an einem Dienstag Abend, gegen sieben Uhr, im Moskauer Hostel. Wir saßen im Aufenthaltsraum und aßen Brot mit Fischkonserven, dazu ein wenig Obst und Tee. Auf einmal stand ein angetrunken wirkender Russe vor uns, nicht billig gekleidet, sympathisch wirkend, etwa Anfang Vierzig. Er redete mit uns, während er schwankte. Wir erklärten ihm, dass wir seiner Sprache nicht mächtig seien, da wechselte er auf gebrochenes Englisch und fragte uns, wo wir denn den Fisch her hätten.

Die Antwort, dass wir ihn im naheliegenden Supermarkt die xxx käuflich erstanden hätten, schien jedoch nicht die von ihm erhoffte zu sein. Er wechselte wieder auf Russisch, deutete auf die Hosteltheke, neben der wir saßen, die lediglich Schokoriegel anbot und zog murrend von dannen. Hätte sich dieser Mann später nicht als unser neuer Mitbewohner herausgestellt, die Geschichte wäre hiermit denkbar unspektakulär zu Ende gegangen. Lange bevor sie begann. Doch er war unser Mitbewohner. Die Geschichte ging weiter. Und wie.

Einige Stunden später, es war etwa elf Uhr nachts mit mandarina duck business trolley, verspürte ich den Drang, die sanitären Anlagen unserer Unterkunft aufzusuchen. Es stellte sich als recht beschwerlich heraus. Wir sind nun seit fünf Nächten in diesem Hostel und noch nie war hier so viel Betrieb. Ich zählte alleine drei Männer, die auf die Toilette des Aufenthaltsraums zu warten scheinen, denn sie liefen in relativ kleinen Kreisen sinnierend vor sich her. Also ging ich auf unser Zimmer. Doch das WC dort war auch besetzt.

Auf gewisse Weise. Besetzt ist nicht das richtige Wort. Belegt passt eher. Eingerollt wie ein Embryo lag dort ein Mann. Den Rücken zur Tür gewandt, die Füße hinter die Kloschüssel gedreht, den Kopf vor der Duschkabine auf die Hände gebettet. Schnarchend. Hin und wieder schmatzend. Mit heruntergelassenen Hosen in einer Pfütze liegend, die ich mir nicht genauer ansehen wollte.

Aus den deutlichen Abdrücken auf seinen Oberschenkeln schloss ich, dass er eine ganze Weile auf der Schüssel gesessen haben musste, bevor er es sich gemütlich gemacht hat. Und es dort, wo er sich nun befand, so lauschig war, dass er da gar nicht mehr weg wollte. Er war nicht zu aktivieren. Reden, anstupsen, nichts half.

Also was sollte ich tun? Der Regel „Eigenschutz vor Fremdnutz” folgend, kümmerte ich mich zuerst einmal um mich. Das Örtchen im Aufenthaltsraum war frei, so dass ich wenigstens dieses Problem erledigen konnte. Dass die drei Männer dort immer noch sinnierend herumliefen wunderte mich etwas, aber vielleicht warteten sie ja auf Jemanden. Auf wen, sollte ich wenig später herausfinden.

Reisen durch Moskau

Zuerst zeigte ich Peer meinen Fund. Nach einem kurzen Moment des Amüsements wurde klar, dass wir die Gesamtsituation so nicht bestehen lassen konnten. Unser Zimmernachbar konnte in ernsthaften Schwierigkeiten sein. Wer als ausgewachsener Mann so voll ist, besonders wenn anzunehmen ist, dass er nicht zum ersten Mal in seinem Leben Alkohol getrunken hat, dass er nicht mal mehr alle Körperfunktionen kontrollieren kann, der ist mindestens kurz vor der Alkoholvergiftung. Wenn nicht lange drüber.

Da auch ein weiterer Versuch ihn zu wecken mit Amy Vermont Blazer

Verstehst Du mich?” „Ja, ja”. Soweit so gut. „Kannst Du aufstehen? Denn wenn Du es nicht kannst, holen wir eine Ambulanz. Also, kannst Du aufstehen?” Ich glaube, dass das der Moment war, in dem Dornröschen seine Lage realisierte. In seine heftig geröteten Augen trat ein Ausdruck von Begreifen. Er fasste sich an sein entblößtes Hinterteil, in sein aschfales Antlitz trat schlagartig etwas Farbe und er sprach: „Why am I sleeping here?” Warum schlafe ich hier?

„Genau das ist die Frage Alter, genau das ist die Frage” gab ich zurück und klopfte ihm auf die Schulter. Wer so klar ist, dass er halbwegs vernünftige englische Sätze hervorbringt, dem kann es so schlecht nicht gehen. Auch wenn er anders aussah und roch. Also sagte ich der Dame an der Rezeption Bescheid, dass eine Ambulanz vielleicht doch nicht nötig sei. Und bereute es wenig später, denn die Nacht wäre um einiges entspannter verlaufen, hätten wir Dornröschen rechtzeitig entsorgt.

Als ich wieder ins Zimmer kam, lag er schon im Bett, Hose immer noch in den Kniekehlen, mit Schuhen, an der Decke ziehend auf der er lag, im Versuch sich zuzudecken. Er versicherte mir, dass alles ok sei und er keinen Arzt brauche. Na denn.

Wir genossen die unfreiwillige Komik der Situation ein wenig. Bis uns auffiel, dass mit einem Mal, nun da Dornröschen gebettet war, der Aufenthaltsraum leerer war. Auf einen Schlag waren die drei wartenden Herren weg. Und entpuppten sich als ebenfalls neue Mitbewohner in unserem Schlafsaal. Ich war ehrlich entsetzt.

Metropole Moskau

Arm und Reich sind hier am dichtesten bei einander. Wer etwa das Paris der Szenegänger und Touristen verlässt, wird in den Banlieus ähnliche Bilder sehen. Gleiches gilt für die Vororte Roms oder Madrids sowie das New York außerhalb der glitzernden Insel Manhattan.

Es sind stets die gleichen Phänomene: Hier die Scheinwelt mit Uta Raasch blazer für den einheimischen Geldadel und Touristen, dort der graue Alltag der Normalbevölkerung. Im Gegensatz zu anderen Großstädten empfand ich die öffentlich zur Schau gestellte Armut und das Elend noch als vergleichsweise harmlos (ganz im Gegensatz zum zur Schau gestellten Reichtum!).

MAn wird nicht von aggressiven Bettlern behelligt, die Betrunkenen liegen hier nicht in viel größerer Stückzahl herum als in anderen Weltstädten, wir sahen keine marodierenden Jugendbanden, fanden auch nicht die örtliche Junkie-Szene und die gesamte Atmosphäre auf den Straßen und in den Metros ist weniger hektisch als andernorts. Was allerdings auffällt, ist, dass man aus dem Moskauer Zentrum nicht erst in die Randbezirke herausfahren muss, um einen ersten Eindruck vom Elend zu gewinnen.

Dennoch ist Moskau recht sauber. Alle paar Meter findet man einen Mülleimer. Und dazwischen sieht man immer wieder Straßenkehrer. Das allein ist noch kein Alleinstellungsmerkmal, doch die Besonderheit ist, dass die Mülleimer auch genutzt werden. Zum Teil allerdings auch als Aschenbecher, weshalb man es hier und da aus den steinernen Behältern ordentlich qualmen sieht.

Die Sicherheitskräfte, die zumindest im Zentrum ungemein präsent sind, sehen zwar martialisch aus, tragen aber außer einem Knüppel keine sichtbaren Waffen. So etwas kennt man höchstens noch aus London. Und auch wenn die muskelbewehrten Stiernacken in ihrem Drillich einschüchternd wirken mögen, so fühle ich mich doch wohler beim Blick in ein grimmiges, kantiges Gesicht, als bei dem in die Mündung einer Maschinenpistole.

Eine von Stalins sieben Schwestern. Aber auch in Moskau sind es tatsächlich die wenigsten, die sich in (echte) Pelze hüllen und in ihren Porsche steigen, so dass es kaum verwunderlich ist, dass viele Moskauer dem alten System hinterher trauern. Damals war eben alles besser. Und da man sich in Russland nie so recht von seiner politischen Vergangenheit losgesagt hat, ist man auch allenthalben Lenins gestrengen Blicken ausgesetzt. Zahlreiche Fassaden zieren immer noch Hammer und Sichel und beinahe an jeder Ecke lachen einen die Standbilder alter Sowjethelden an.

Nein, um ehrlich zu sein lachen die wenigsten von ihnen. Doch sie sind die stummen Zeugen einer weltpolitischen Epoche. Und sie sind nicht die einzigen. Ob das ehemalige KGB-Gebäude, Stalins sieben Schwestern oder all die anderen gleichförmigen Bauten – sie alle entführen einen in längst vergangene Tage. Sie lassen Geschichte lebendig werden.